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Altlasten in Österreich |
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ÖVA Symposium 2010 |
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Leitbild des ÖVADer ÖVA ist eine Plattform für die Zusammenführung, Aufbereitung und Verbreitung von Wissen über die Untersuchung, Beurteilung und Sanierung von kontaminierten Standorten sowie deren Nachnutzung.Durch das fachübergreifende Zusammenwirken unserer Vereinsmitglieder sowie mit relevanten Institutionen im In- und Ausland, wollen wir unterschiedliche Wissensdisziplinen und dabei insbesondere Bodenkunde, Wasser- und Abfallwirtschaft, sowie Raumplanung vernetzen und die Entwicklung von neuen praxisgerechten Lösungen fördern.Das Management von Altlasten soll am Prinzip der Nachhaltigkeit ausgerichtet werden.Als ÖVA nehmen wir unsere gesellschaftspolitische und ökologische Verantwortung wahr.
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AK „Flächenrecycling“ |
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AK „Rechtliche und finanzielle Aspekte“ |
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Die aktuellen Themen entnehmen Sie bitte den jeweiligen Seiten der Arbeitskreise
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Vertretung gemeinsamer wissenschaftlicher, wirtschaftlicher, technischer und rechtlicher Belange des Altlastenwesens |
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Auskunftserteilung und Beratung zu allgemeinen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen, technischen, rechtlichen und organisatorischen Belangen des Altlastenwesens |
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Beobachtung und Förderung des Altlastenwesens und Einflussnahme auf die konsequente Anwendung des anerkannten Standes von Wissenschaft und Technik |
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Mitwirkung bei der Erarbeitung von Regelwerken, Normen und gemeinsamen Handlungsempfehlungen und deren Fortschreibung zur Qualitätssicherung im Fachgebiet Altlasten |
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Zusammenarbeit mit Körperschaften des öffentlichen Rechts, Städten und Gemeinden, Verbänden, Unternehmen, wissenschaftlich-technischen Einrichtungen und Einzelpersonen, die auf dem Gebiet der Altlasten und angrenzender Fachgebiete tätig oder an Fachfragen interessiert sind |
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Durchführung von Forschungsprojekten |
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Förderung und Unterstützung der fachlichen Aus- und Fortbildung |
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Förderung und Unterstützung einer breiten Öffentlichkeitsarbeit zur Vermittlung von Erkenntnissen und Erfahrungen des Altlastenwesens. |
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Zusammenarbeit und Gedankenaustausch mit fachverwandten Vereinigungen, Institutionen und Netzwerken im In- und Ausland zur Förderung des Fachgebietes, insbesondere auf der Ebene der Europäische Union bzw. international |
Die „Entdeckung“ der Fischer Deponie Ende der 80er Jahre und die damit verbundene mediale Aufmerksamkeit haben das öffentliche Bewusstsein an der Altlastenthematik in Österreich nachhaltig geprägt. Unter der damalige Umweltministerin Marelies Flemming wurde daraufhin das so genannte "Altlastensanierungsgesetzes (ALSAG 1989)" in Kraft gesetzt, welches im wesentlichen die Problemerfassung (Gefährdungsabschätzung) und die Finanzierung von Problemlösungen (Sicherungs-/Sanierungsmaßnahmen) an kontaminierten Standorten in Österreich einer bundesweit einheitlichen Regelung zuführt.
Die im Verlauf der letzten 20 Jahren gewonnenen Erfahrungen in der Altlastenbehandlung
haben Art und Ausmaß der Problematik deutlicher gemacht, - nicht nur in Österreich, sondern auch in vielen anderen westlichen Industrieländern. Das „Problembewusstsein“ hat sich inzwischen verändert! Stand anfangs die Furcht vor einigen unbekannten Mega-Altlasten mit vermutlich gravierenden Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt im Vordergrund, so wurde im Laufe der Jahre - angesichts der Vielzahl mehr oder weniger stark kontaminierten Standorte – auch die regionalstrukturelle Dimension der Altlastenproblematik und die damit einhergehenden volkswirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen deutlich:
brachliegende Betriebsstandorte, Hemmnisse in der städtebaulichen und wirtschaftlichen Regionalentwicklung, verminderte Lebensqualität und Beeinträchtigung in der Versorgungsqualität der lokalen Bevölkerung.
Die gewonnenen Erfahrungen zeigen auch, dass die Wiederherstellung eines „ursprünglichen
Zustandes“ trotz kostenintensiver technischer Maßnahmen nicht immer machbar ist. Ein
Schwerpunkt in der Vereinsarbeit könnte z.B. die Frage des mehr oder minder großen
"Restrisikos" in Abhängigkeit von der geplanten Nachnutzung sein. Es wurden bereits in
mehreren europäischen Ländern "risiko-bezogene“ Lösungsstrategien für die Behandlung von
Altlasten entwickelt (z.B. zur Definition von Sanierungszielen) entwickelt. Derartige Lösungsmodelle, die Aspekte der derzeitigen und zukünftigen Nutzung eines kontaminierten Standortes einbeziehen, erfordern eine sinnvolle Integration der zu treffenden Maßnahmen in regionale Raumplanungskonzepte (unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf die Funktion lokaler Boden- und Grundwasserkörper).
Die Altlastenthematik als solches ist eine „Querschnittsmaterie“! Kontaminierte Standorte (ob Abfallablagerungen oder Industriestandorte) beeinträchtigen verschiedenste Schutzgüter des öffentlichen Interesses wie Boden-, Grund- und Oberflächengewässer-, und Luftqualität. Daher wird die Altlastenthematik in den einzelnen europäischen Ländern, - je nach nationalem „Problemdruck“, - in unterschiedlichen Gesetzesmaterien geregelt (z.B. im Bodenschutz, im Wasserrecht, im Abfallrecht, oder in der Raumplanung). Aufgrund dieser unterschiedlichen Rahmenbedingungen in den europäischen Ländern gibt es bisher auch keine Bestrebungen, die "Altlastenthematik" als solche auf EU-Ebene einheitlich zu regeln. Allerdings werden „altlastenrelevante“ Themenstellungen in derzeit diskutierte "übergeordnete" EU-Regelwerke einfließen, - und so in absehbarer Zeit auch für die nationalen Regelungen der Altlastenbehandlung zu berücksichtigen sein. Derartige Diskussionen auf EU-Ebene finden gegenwärtig zum Bodenschutz („Towards a Thematic Strategy for Soil Protection“ – COM 2002 179), zum Grundwasserschutz („Daughter Groundwater Directive“ zur WFD, Regelung geplant für 2003), zur Raumplanung (“Planning and Environment“, communication geplant für 2003), zur Umwelthaftung („White Paper on Environmental Liability” – COM 2000 66 final), und im Rahmen des Forschungs- & Entwicklungsprogramms (“Sixth RTD Framework Programme 2002-2006”) statt.
Im Altlastenbereich selbst wurden in den letzten Jahren zwei EU-Gemeinschaftsprojekte
CARACAS (http://www.commonforum.eu/publications_caracas.asp) und CLARINET (http://www.commonforum.eu/publications_clarinet.asp) durchgeführt. Diese Zusammenarbeit von europäischen Experten, die für die Umsetzung nationaler Altlastenprogramme in technisch-wissenschaftlichen Belangen verantwortlich sind, mündete unter anderem in der Ausarbeitung eines Konzeptes zum "Risk-based Land Management", - ein Modell zur "nachhaltigen" Behandlung kontaminierter Standorte durch Integration von Altlastenbehandlungsstrategien mit Zielsetzungen des Boden- und Grundwasserschutzes und der Raumplanung.
Ein wesentliches Ziel des "Altlastenvereins" wird neben den nationalen Aufgaben die Information und Diskussion aktueller Entwicklungen auf europäischer Ebene und die Umsetzbarkeit innovativer Strategien zur Nachhaltigkeit (z.B. "Risk-based Land Management" Konzept) unter österreich-spezifischen Rahmenbedingungen sein.
Der Altlastenverein soll den politischen Entscheidungsträgern als Kompetenzzentrum dienen
und Ansprechpartner für Fragestellungen auf dem Gebiet der Altlastensanierung sein. Ein
vorrangiges Ziel des geplanten Vereins ist die Bewusstseinsbildung der Öffentlichkeit und
der politischen Entscheidungsträger für integrative Lösungen eines aktiven Resourcenmanagements sein. Auf Grundlage bisher erzielter Erfahrungen und aktueller Entwicklungen im In- und Ausland (siehe oben) sollen ökologisch und ökonomisch sinnvolle Strategien für Österreich diskutiert, entwickelt und deren praktische Umsetzung gefördert werden, um einen nachhaltigen Schutz österreichischer Boden- und Wasserressourcen vor schädlichen Einflüssen kontaminierter Flächen sicherstellen. "Nachsorgendes Ressourcenmanagement" (in Ergänzung zum "vorsorgenden Schutzprinzip") soll in den Konzepten zum Boden- und (Grund-)Wasserschutzes und der Raumplanung weitestgehend Berücksichtigung finden.
Der „Altlastenverein“ bietet den mit der Thematik befassten Experten aus verschiedensten Disziplinen und Interessensbereichen eine Plattform des Erfahrungsaustausches und der Zusammenarbeit zwischen „Altlastenbesitzern“ und Experten . Dem Expertenkreis gehören Behördenvertreter aus Bund, Ländern und Gemeinden, sowie Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Industrie an, die in den Fachbereichen Altlastenmanagement, Abfallwirtschaft, Boden- und Grundwasserschutz und Raumplanung in Österreich tätig sind.
Der wissenschaftliche Input in die Vereinsarbeit soll auf breiter Basis erfolgen, so werden u.a. auch die Ergebnisse des Projektverbundes „INTERLAND“ einfließen. Das Expertengremium des Altlastenvereins wird die praktische Umsetzung der erarbeiteten wissenschaftlichen Erkenntnisse fördern. Darüber hinaus will der Verein die derzeit relativ überschaubare österreichische Forschungslandschaft stärken und neben einer gezielten Öffentlichkeitsarbeit auch Aus- und Fortbildung auf dem Fachgebiet fördern.
Die Behandlung tiefer gehender Fragestellungen im Sinne von Forschungsvorhaben ist innerhalb des Vereins aufgrund dessen Finanzierungsstruktur nicht aus eigener Kraft möglich. Es ist jedoch wünschenswert, dass die sich aus der Vereinsaktivität ergebenden Fragestellungen aufgegriffen und in Form von Projekten verwirklicht werden.
In die Vereinsarbeit werden aktuelle Entwicklungen/Erkenntnisse auf internationaler, vor allem europäischer Ebene einfließen (Common Forum, CARACAS, CLARINET, CABERNET, NATO/CCMS, Ad Hoc Group, etc.). Der Altlastenverein wird mit dem Deutschen "Ingenieurtechnischen Verband Altlasten (ITVA) kooperieren; in Österreich mit dem Österreichischen Wasser- und Abfallverband (ÖWAV), dem Österreichischen Normungsinstitut (ÖNI), der Österreichischen Bodenkundlichen Gesellschaft
(ÖBG), der Bundeswirtschaftskammer (BWK), und möglichen Raumplanungsvereinen.
Um wesentliche Vereinsziele zu erreichen wäre es zu diskutieren, ein "Informations-Zentrum" für die Öffentlichkeit bereitzustellen, welches Auskunft über mögliche techn. Lösungen, Anbieter, Förderungsmöglichkeiten, und internationale Erkenntnisse im techn./wissensch. Bereich erteilt. Damit im engen Zusammenhang stehen die geplanten Ausbildungsaktivitäten des Vereines, die in Kooperation der Mitgliedsinstitutionen organisiert werden sollen.